Wochenende der Wahrheit

Wochenende der Wahrheit

4. Dezember 2019 Aus Von R_Geisler

Volleyballer des TSV Deggendorf reisen am Wochenende zum Doppelspieltag in den Osten

von Michi Brunner

Wenn sich der Tross der Deggendorfer Volleyballer am Samstagvormittag auf den Weg nach Jena zum ersten Spiel des Wochenendes aufmacht wissen Spieler und Betreuer um die Bedeutung dieses Wochenendes: In dem Duell mit den Thüringern sowie tags drauf gegen den VC Zschopau steht den Männern um Kapitän Michael Brunner echter Abstiegskampf gegen zwei direkte Konkurrenten bevor. Bedeutet: Entweder ein Polster zwischen sich und die hinteren Plätze legen oder wieder tief rein in den Abstiegsstrudel.

Michael Brunner weiß um die Brisanz der Partien im Osten – © sp4ort.de

Die Anpfiffzeiten sind dabei ungewöhnlich und liegen den TSV-Männern nicht unbedingt: Während man samstags bereits um 16 Uhr in Jena aufschlägt ist der Spielbeginn am Sonntag schon um 13 Uhr. „Wir hätten gerne am Samstagabend in Zschopau gespielt. Das ist ein Drittliga-Traditionsduell und wir sind dort Publikumsmagnet. Zur Prime-Time finden sich in der Halle regelmäßig knapp 400 Zuschauer ein.“ so Teammanger Stefan Klamerth. „Leider war Jena nicht bereit die Spiele zu tauschen, sodass es bei der ursprünglichen Ansetzung bleibt. Davon sollten sich die Jungs aber nicht ablenken lassen.“ Das sieht auch Zuspieler Sebastian Schwarz so, dessen Einsatz nach wie vor fraglich ist, der aber mit Sicherheit zur Unterstützung an Bord ist: „Ich denke jedem von uns macht es Spaß Samstagabend vor großartiger Kulisse zu spielen. Aber auch so müssen wir auf das gute Spiel zu Hause gegen Zirndorf aufbauen und selbstbewusst in die Begegnungen gehen. Wir haben letzte Woche gut trainiert und wollen auf jeden Fall unseren ersten Auswärtssieg mitnehmen.“

Dass dies kein leichtes Unterfangen wird ist allen Beteiligten klar. Die Niederlage vor drei Wochen gegen Tabellenschlusslicht Niederviehbach sollte dabei Warnung genug sein. Jena hat bislang ebenso viele Siege wie die Donaustädter auf dem Konto – beachtlich war unter anderem der deutliche 3:0 Erfolg in ihrem letzten Heimspiel gegen den ASV Dachau. Doch auch den Top-Teams wie Eibelstadt und Mühldorf konnte Paroli geboten werden. „Jena ist ein unangenehmer Gegner – insbesondere in ihrer eigenen, riesengroßen Halle sind sie schwer zu bespielen.“, analysiert Coach Szabi Bergerszaszy. „Wichtig ist, dass wir gut annehmen und ihren extrem athletischen Hauptangreifer in den Griff bekommen. Gegen Zirndorf haben wir das zuletzt sehr gut gemacht und wollen dort weitermachen. Auch die Einstellung der Mannschaft hat mir gut gefallen.“

Die Nacht werden die Niederbayern in Chemnitz verbringen, sodass die Anreise zum Spiel nach Zschopau sehr kurz sein wird. „Stefan hat sich wieder top um Unterkunft und Verpflegung gekümmert. Dafür sind wir ihm sehr dankbar, da wir Spieler uns dann voll auf die Spiele konzentrieren können.“, freut sich Diagonalangreifer Konstantin Schmid, der diese Woche wieder voll trainieren konnte. Gegen Zschopau sollen dann im Duell am Sonntag weitere Punkte folgen. Die sympathischen Motorradstädter – seit Gründung der Dritten Liga immer dabei – stecken ebenfalls im Abstiegskampf, zeigen aber insbesondere zuhause ansprechende Leistungen. Außenangreifer Carlos Burgis weiß dies einzuschätzen: „Zschopau hat zu vielen Auswärtsspielen eine weite Anreise und tritt dort auch selten mit vollem Kader an. Von dem her können diese Spiele nicht der Maßstab sein. Wir kennen Zschopau aus vielen Spielen und wissen, dass sie eine extrem abwehrstarke Mannschaft sind, die wie wir über die Emotionen kommen. Wichtig ist, dass wir hierbei geduldig bleiben und nicht nervös werden wenn viele Bälle zurückkommen.“ Die Belastung vom Vortag wird dabei für beide Mannschaften die gleiche sein: Am Samstag empfangen die Zschopauer den Tabellensechsten ASV Dachau. Man darf gespannt sein, wie das Wochenende der Wahrheit zum Ende der Hinrunde im Osten Deutschlands ausgeht.