Gemische Gefühle zum abrupten Saisonende

Gemische Gefühle zum abrupten Saisonende

16. März 2020 Aus Von R_Geisler

Auch Deggendorfer Volleyballer müssen ihre Saison vorzeitig beenden

Eigentlich war noch einmal alles angerichtet für Spitzenvolleyball in der Comenius-Halle. Am vergangenen Wochenende hätten die Volleyballer des TSV Deggendorfer mit dem VSV Jena und dem VC Zschopau zwei Teams aus dem Osten empfangen.

© SP4ORT | Robert Geisler

Doch selbstverständlich fielen aufgrund der aktuellen Lage auch diese Spiele ins Wasser. Der DVV hatte in einer Krisensitzung am Donnerstag zuvor entschieden, die den Spielbetrieb in allen Ligen einzustellen. „Wir hatten schon vor der offiziellen Ankündigung des DVV bereits überlegt, die Spiele ausfallen zu lassen bzw. zu verschieben.“, so Teammanager Stefan Klamerth. „Als dann die Entscheidung kam war es für uns keine Überraschung mehr und ist in Anbetracht der derzeitigen Situation absolut nachvollziehbar und richtig.“

Somit beenden die Deggendorfer die abgebrochene Spielzeit auf Rang drei einer leicht verzerrten Tabelle, da der Tabellenerste Eibelstadt sowie Dachau ein Spiel mehr absolviert haben und Jena eines weniger. Ein Platz in den Top drei war das vor der Saison ausgegebene Ziel. Dieses hat man damit erreicht, selbst wenn in den drei verbleibenden Spielen gegen die Tabellenplätze acht, neun und elf sowohl nach oben als auch nach unten noch Veränderungen möglich gewesen wären. „Dass wir noch „auf’s Stockerl“ rutschen war nach dem mickrigen Saisonstart mit fünf Niederlagen aus sieben Spielen so nicht abzusehen“, zog Trainer Szabi Bergerszaszy ein erstes kurzes Fazit. “Die abgehaltene Krisensitzung nach der Derby-Niederlage gegen Niederviehbach hat dann echt etwas bewirkt. Wir haben uns ab da sowohl spielerisch als auch kämpferisch gesteigert und eine beeindruckende Serie gestartet. Insofern ist der frühzeitige Saisonabbruch schon schade.“

Dr. Konstantin Schmid hier in der Mitte mir Richard Schwarz © SP4ORT | Robert Geisler

Diagonalangreifer und Arzt Dr. Konstantin Schmid, der in der laufenden Saison vier Mal zum besten Spieler seines Teams gekürt wurde zeigte sich ebenfalls verständnisvoll gegenüber der Entscheidung des DVV und blickt mit gemischten Gefühlen zurück: „Wir hatten überraschend viele Probleme, in die Saison zu finden. Und das trotz eigentlich guter Vorbereitung. Das darf einer inzwischen routinierten Mannschaft so nicht passieren. Allerdings waren auch die Reaktion und die Konstanz danach beeindruckend. Alles in allem also ein versöhnlicher Abschluss, wenn man betrachtet, dass wir den direkten Vergleich aus Hin- und Rückspiel mit Ausnahme gegen Eibelstadt für uns entscheiden konnten.“ Das Spiel in Eibelstadt markierte gleichzeitig den Tiefpunkt der Saison.

Michael Brunner – © SP4ORT.de

Nicht spielerisch, aber die schwere Verletzung von Michi Brunner war und ist dennoch ein Schock für das Team. Allerdings arbeitet der Zuspieler ganz im Stile eines Kapitäns ehrgeizig an seinem Comeback und ist zuversichtlich rechtzeitig zum Saisonstart wieder fit zu sein.

Wie es weitergeht ist aktuell noch unklar: Aller Voraussicht nicht wird die Saison nicht gewertet werden. 

Somit gibt es weder Aufsteiger noch Absteiger. Für potentielle Absteiger wie den Lokalrivalen TSV Niederviehbach eine gute Nachricht, für ambitionierte Teams wie den TSV Mühldorf, der den Aufstieg in die zweite Liga wahrnehmen wollte wäre dies eine Dämpfer in den Planungen. Die Deggendorfer, die ohnehin trotz regelmäßiger Anfragen der Volleyball Bundesliga seit Jahren nicht am notwendigen Vorlizenzierungsverfahren teilnehmen möchten, können dies also verschmerzen. Schade ist dies allerdings auch aus anderen Gründen, wie Klamerth zum Ende verrät: „Wir wollten uns natürlich noch bei den vielen Freiwilligen bedanken und außerdem zwei verdiente Spieler verabschieden, die für nächstes Jahr bereits fest ihren Rückzug aus privaten und beruflichen Gründen erklärt haben. Das werden wir dann aber zum ersten Heimspiel der kommenden Saison nachholen, versprochen.“ Wer die zwei Spieler sind sowie einen ausführlichen Saisonrück- und ausblick lesen Sie in den kommenden Wochen.